Stiftung soll Geburtshaus der Dichterin Droste-Hülshoff sichern
Das Land NRW hatte bereits im Mai signalisiert, dass man sich ein Literaturzentrum NRW auf Burg Hülshoff vorstellen könne.
Für Ende des Jahres sei die Gründung einer Stiftung geplant, an der sich neben dem Land NRW und dem LWL weitere Partner beteiligen wollen, kündigte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale am Donnerstag (5.8.) in Havixbeck (Kreis Coesfeld) an. Die gesamte Burganlage, die Ländereien sowie zahlreiche Exponate bildender und literarischer Kunst aus Familienbesitz würden in die Stiftung eingebracht. Ohne die Übernahme durch eine Stiftung drohe, "ein bedeutendes Stück westfälischer Kultur verloren zu gehen".
Stiftung bis zum Jahresende "Bereits im Herbst werden wir zu einer Droste zu Hülshoff-Stiftung beim LWL einen Grundsatzbeschluss beraten", so der Vorsitzende des LWL-Kulturausschusses und Kuratoriumsvorsitzende der LWL-Kulturstiftung, Dieter Gebhard. Das Stiftungskapital solle mindestens zwölf Millionen Euro betragen. Das Land hatte eine Zusage für vier Millionen Euro in Aussicht gestellt, beim LWL erwartet Gebhard einen Beitrag in derselben Höhe. Dazu kämen die Erträge aus dem Wirtschaftsbetrieb Burg Hülshoff, um Unterhalt und Betrieb zu sichern. Weitere mögliche Partner für die Stiftung seien der Kreis Coesfeld, die Gemeinde Havixbeck, die Stadt Münster und private Geldgeber. Gebhard: "Die bisher geführten Gespräche verlaufen vielversprechend." "Einzigartiger Erinnerungsort" Gebhard und Rüschoff-Thale unterstrichen die Bedeutung des Baudenkmals für die Kulturlandschaft Westfalens, Prof Dr. Klaus Anderbrügge von der Westfalen-Initiative erkennt in dem Literaturprojekt Potenzial für "ein zweites Weimar". Allerdings habe man bisher die touristischen Chancen des Geburtshauses der weltberühmten Dichterin noch zu wenig genutzt, sagte die LWL-Kulturdezernentin. Nur in fünf Kilometer Entfernung zum Geburtshaus von Droste-Hülshoff läge außerdem mit dem Haus Rüschhaus am Rande Münsters der langjährige Wohnort der Schriftstellerin: "Zusammen mit der Burg Hülshoff ist das ein einzigartiger authentischer Erinnerungsort." Studie: Droste-Literaturzentrum möglich In einem zweiten Schritt ist nach Angaben von Gebhard und Rüschoff-Thale der Ausbau der Burg zu einem Droste-Literaturzentrum denkbar. Das international renommierte Atelier Brückner (Stuttgart) habe in einer Machbarkeitsstudie herausgearbeitet, dass die Dichterin zwar aufs engste mit Münster und Westfalen verbunden, allerdings im öffentlichen Raum kaum vertreten sei. Geschäftsführerin Shirin Frangoul-Brückner: "Zwar sind zwei einmalige historische Wohnhäuser erhalten, aber bislang fehlt eine substanzielle Präsentation zum Leben und Werk der Annette von Droste-Hülshoff. Deshalb ist die Errichtung einer neuen musealen Präsentation in besonderer Weise sinnvoll und wünschenswert." Eine innovative Ausstellung zum Beispiel solle insbesondere Tagestouristen anziehen. Vorgesehen sei ein "Lyrikwanderweg", der die Burg mit Haus Rüschhaus verbinde.
Kurzfristig könne man sich nach Auskunft von Frangoul-Brückner auch den Sitz der Droste-Forschungsstelle (bisher Münster) an historischem Ort vorstellen. Langfristig eigneten sich Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus aber auch als "Standort eines neuen Literaturzentrums mit Museum, Veranstaltungen, als Lern-, Arbeits- und Gesprächsstätte mit nationaler Ausstrahlung". Alle ge-wünschten Funktionen eines "Literarischen Zentrums NRW" könnten zunächst ohne Neubauten umgesetzt werden, es seien aber später Ausstellungspavillons im Park, weitere Veranstaltungsräume und Stipendiatenhäuser möglich
Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe
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