"Pott-Püree" - Interkulturelle Wochen auf Zeche Hannover

11.10.2010 | Münster
LWL-Industriemuseum lädt ein zu Literatur, Musik und Comedy

"Melting Pott" Ruhrgebiet - auch in der Kultur-Szene ist das Revier ein Schmelztiegel. Davon können sich Besucher des LWL-Industriemuseums Zeche Hannover überzeugen. Ein vielseitiges Programm hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom 15. bis 31. Oktober für sein "Pott-Püree" zusammengestellt. Bereits zum dritten Mal bietet das Industrie-museum in Bochum Ende Oktober Comedy, Tanz, Diskussionen und Lesungen aus dem Bereich der Interkultur.

Zum Auftakt am Freitag, 15. Oktober, um 20 Uhr verschmelzen Musik und Comedy, Geschichten aus der Provinz und der Fremde zu einem wahren "Melting Pott". Die Comedians Necip Tokoglu und Abdelkarim sind zu Gast auf Zeche Hannover bei der Comedy-Show "Nachtschnittchen spezial". Necip Tokoglu erzählt auf spitzfindige Weise türkische Heimatgeschichten aus dem Westerwald, während Abdelkarim Alltägliches aus seinem Leben als Araber mit ostwestfälischem Temperament präsentiert. Der Herner Entertainer Helmut Sanftenschneider führt das Publikum durch diesen Abend, der musikalisch und tänzerisch belgleitet wird von der Breakdance- Gruppe "international brothers" aus Herne, Preisträger des "Revierkönigs 2010" sowie der Flamenco-Tänzerin Lucia Alvarez aus Granada. Karten (9 Euro, ermäßigt 6 Euro) sind erhältlich unter Tel.: 0234/61 00 874.

Im Rahmen der Reihe "Pott-Püree" kooperiert das LWL-Industriemuseum in diesem Jahr mit dem Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte im Rahmen der Themenwoche "Aus der Fremde". Unter dem Titel "Fremde- Gäste- Gastarbeiter" berichten am Mittwoch, 20. Oktober, um 16 Uhr türkische Männer und Frauen beim Gang durch die Ausstellung "Bochum - das fremde und das eigene" im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte über ihre Erfahrungen der Ankunft im Ruhrgebiet in den 1970er Jahren. Sie diskutieren die Frage: Was bedeutet Fremdes und Eigenes für uns heute? Um 18 Uhr folgt ein Vortrag über "Die andere Kulturhauptstadt" von Dr. Jürgen Mittag, Geschäftsführer des Instituts für soziale Bewegungen. Er schildert die Innen- und Außenansichten der diesjährigen Kulturhauptstadt Istanbul.

Am Donnerstag, 21. Oktober, um 19 Uhr diskutieren im LWL-Industriemuseum Zeche Hannover Menschen mit und ohne Migrationshintergrund beim Werkstattgespräch "Meine Geschichte, unsere Geschichten - eine Geschichte im Museum?", wie Geschichten und Geschichte von Zuwanderung und Zuwanderern im Museum gezeigt werden kann.

Den Höhepunkt von "Pott Püree" bildet das packenden Theaterstück "Schwarze Jungfrauen I" am Donnerstag, 28. Oktober, um 20 Uhr auf der Zeche Hannover. Es zeigt Frauen am Scheideweg zwischen den Kulturen und den Forderungen von Religion und Tradition; Portraits von Frauen, die Ausgestoßene sind und doch Teil von uns. Das von Feridun Zaimoglu geschriebene Stück wurde von Günter Senkel für das Westfälische Landestheater inszeniert und ist für Jugendliche und Erwachsene geeignet. Karten (13 Euro, ermäßigt 9 Euro) können reserviert werden unter Tel.: 0234 6100-874.

Zum Abschluss der Programmwochen bietet das LWL-Industriemuseum am Sonntag, 31. Oktober, um 15 Uhr eine Führung auf dem neuen Rundweg "Wege der Migration" auf dem Gelände der Zeche Hannover. LWL-Museumsleiter Dietmar Osses begleitet die Besucher durch 150 Jahre Geschichte der Zuwanderung ins Ruhrgebiet.

Die Reihe "Pott-Püree" ist eine Zusammenarbeit des LWL-Industriemuseums mit dem Festival der Kulturen MELEZ, das dieses Jahr im Rahmen der europäischen Kulturhauptstadt Ruhr.2010 statt-findet

Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe

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